Sylvia Schmales Visitenkarte ist vermutlich mindestens zweizeilig bedruckt. Aber
auch ihr Aufgabengebiet ist äußerst vielseitig, denn die Juristin hat eine Menge zu tun. Sie
schreibt Fachartikel, lektoriert Schadenregulierungshandbücher und ist in diversen Gremien tätig,
deren Sitzungen sie moderiert. Ihre Hauptaufgabe entspringt aber dem cleveren Grundsatz des
Volksmundes „Vorsicht ist besser als Nachsicht“. Sie befasst sich intensiv mit
Schadenverhütung, denn was gar nicht erst passiert, muss auch keine Versicherung bezahlen. So hat
sich der Verband sehr stark für ein Sturmwarnungsabfragesystem gemacht, das vor lokalen Starkwinden
warnt und den Versicherten die Möglichkeit gibt, sich vorzubereiten und Schäden zu vermeiden.
Schließlich ist der liebste Schaden einer jeden Versicherung der, der gar nicht erst
passiert.
„Wer Stürme vorhersagen
kann, wird den Versicherungen
eine Menge Geld sparen.“
Zusätzlich ist sie für die Erstellung einer Rechtsprechungsdatenbank zuständig:
In zwei Jahren muss die Datenbank mit 10.000 Urteilen befüllt sein. Hiermit sind diverse
Dienstleister beauftragt worden, deren Arbeit sie begleitet und koordiniert. Auch ist sie mit einem
IT-Projekt betraut, in dem sie zusammen mit Physikern, Marketingleuten und Technikern ein
Online-portal entwickeln soll. Spannend findet sie hieran, eine gemeinsame Sprache zwischen den
einzelnen Fachbereichen zu finden. Das hat zwar mit ihrer ursprünglichen juristischen Ausbildung
nicht mehr so viel zu tun, es macht ihr aber großen Spaß. Wie auch überhaupt ihr der Job im Verband
gut gefällt, denn sie schätzt die Möglichkeiten, die das eigenverantwortliche Arbeiten
bietet, sehr. Ein hohes Maß an Freiheit, Selbstständigkeit und freundlichem Klima macht für Sylvia
Schmale das Arbeiten sehr angenehm. So angenehm, dass sie als Mitglied der hauseigenen Band
„Deutscher Rockverband“ jedes Jahr auch zur Weihnachtsfeier wie ein Wirbelwind über die
Bühne fegt und den Laden anständig rockt. Hätte sie vermutlich von einem Verband der
Versicherungswirtschaft früher auch nicht erwartet. So kann man sich irren.