Öffentliche sprechen sich für verstärkte Blockbildung aus
Gruppe öffentlicher Versicherer 2007
- Öffentliche bleiben unberührt von US-Hypothekenkrise
- Trotz Kyrill rund 800 Mio. Euro vor Steuern verdient
- Gruppe behauptet mit 16,4 Mrd. Euro Platz zwei im Markt
- Engere Zusammenarbeit in multiregionalen Versicherungsgruppen
Düsseldorf, 9. Juli 2008 – Die Gruppe der öffentlichen Versicherer zieht
insgesamt positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2007. Trotz eines leichten Beitragsrückgangs um 0,6
% auf 16,4 Mrd. Euro und 700 Mio. Euro Belastung durch "Kyrill" erzielte sie ein Ergebnis vor
Steuern von rund 800 Mio. Euro.
"Mit diesem Ergebnis sind die öffentlichen Versicherer angesichts der außergewöhnlichen
Schadenbelastung sehr zufrieden", sagte Friedrich Schubring-Giese, Vorsitzender des Verbands
öffentlicher Versicherer, auf der Jahrespressekonferenz der Gruppe in Düsseldorf. Die
Kapitalanlagen der Öffentlichen wuchsen über alle Sparten um 3,6 % auf ein Gesamtvolumen von 101
Mrd. Euro. Das Kapitalanlageergebnis betrug 4,64 Mrd. Euro, die Nettoverzinsung 4,67 %. Nahezu
unberührt blieb die Gruppe von den Auswirkungen der USHypothekenkrise. "Wir sind nur marginal im
originären Subprime-Geschäft involviert", erklärte Schubring-Giese, "was aber nicht heißt, dass wir
nicht – wie alle Kapitalanleger auch – von den Folgen der Finanzmarktkrise insgesamt
tangiert werden können."
In den Einzelsparten hat sich die Gruppe gegen den Markttrend entwickelt. Die öffentlichen
Schaden- und Unfallversicherer konnten ihre Beitragseinnahmen um 0,6 % steigern, während die
Branche das dritte Jahr in Folge einen Beitragsrückgang verzeichnete. In der Lebensversicherung
mussten die Öffentlichen auf der Beitragsseite vor allem wegen des Beitragsablaufs vieler
sogenannter 5-plus-7-Verträge einen Rückgang um 2,5 % hinnehmen. Ein deutliches Plus hingegen
verbuchten sie auf der Vertragsseite. In der Krankenversicherung entwickelte sich die Gruppe
marktkonform und erzielte ein Beitragswachstum von 3,4 %. Insgesamt belegen die öffentlichen
Versicherer mit einem Marktanteil von 10,3 % weiterhin Rang zwei im deutschen
Erstversicherungsmarkt.
Strukturdiskussion läuft
Bei den von den Eigentümern aus dem Sparkassensektor geforderten Strukturveränderungen setzen
die öffentlichen Versicherer auf eine Weiterentwicklung ihrer regionalen Geschäftsmodelle zu
multiregionalen Versicherungsgruppen. "Darunter verstehen wir die Zusammenfassung mehrerer
regionaler Unternehmen unter einem Dach mit einer gemeinsamen Strategie", erklärte Schubring-Giese.
Der maßgebliche Einfluss der regionalen Eigentümer solle dabei genauso erhalten bleiben wie die
regionale Markt-, Vertriebs- und Ergebnisverantwortung. Backoffice-Funktionen wie etwa
Asset-Management, IT und Bilanzierung sollen gebündelt werden.
Mit dieser verstärkten Blockbildung könne man, so Schubring-Giese, in überschaubaren Zeiträumen
Effizienzsteigerungen erzielen, Unternehmens- und Markenwerte weiter steigern sowie regionale wie
überregionale Wachstumsfelder besser erschließen. Komplexitätskosten, wie sie beim Modell der
Vollfusion entstehen würden, könnten so vermieden oder zumindest in Grenzen gehalten werden.
Nach Einschätzung des Verbandsvorsitzenden dient die aktuelle Diskussion vor allem der
Positionierung für die Zukunft. "Unsere Kosten- und Marktposition ist gut, doch wir wollen –
zusammen mit unseren Eigentümern – Gutes noch besser machen", sagte Schubring-Giese.
"Innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes werden wir sichtbare Fortschritte erzielen", zeigte sich
Schubring-Giese optimistisch.
Öffentliche Schaden- und Unfallversicherer wachsen gegen den Branchentrend
In der Schaden- und Unfallversicherung stiegen die Bruttobeitragseinnahmen der Gruppe um 0,6
% auf gut 6,9 Mrd. Euro, während der Markt ein Minus von 0,4 % hinnehmen musste. Ihren Marktanteil
bauten die öffentlichen Versicherer auf 13,9 (Vorjahr 13,7) % aus.
In der Allgemeinen Haftpflichtversicherung verbuchte die Gruppe mit knapp 804 Mio. Euro
Bruttobeitragseinnahmen ein Plus von 3,0 %. In der Allgemeinen Unfallversicherung erzielten die
Öffentlichen mit einem Zuwachs von 2,6 % Bruttobeitragseinnahmen von über 322 Mio. Euro.
Die öffentlichen Kraftfahrtversicherer verzeichneten mit gut 2,23 Mrd. Euro
Bruttobeitragseinnahmen aufgrund des nach wie vor starken Wettbewerbs einen Beitragsrückgang von
0,5 %, der allerdings unter dem des Markts von –1,8 % lag. Ihren Marktanteil steigerten die
Öffentlichen auf 10,7 (Vorjahr 10,6) %.
In der Sachversicherung behaupteten die öffentlichen Versicherer mit einem konstanten
Marktanteil von 23,6 % ihre Stellung als Branchenprimus. Die Bruttobeitragseinnahmen stiegen um 0,2
(Branche: –0,3) % auf knapp 3,35 Mrd. Euro. In der Verbundenen Wohngebäudeversicherung
erzielte die Gruppe mit mehr als 1,5 Mrd. Euro Bruttobeitragseinnahmen ein Plus von 0,6 %. Mit
einem Marktanteil von 38 % sind die Öffentlichen Deutschlands führender Wohngebäudeversicherer.
Gruppe bewältigt 700 000 Kyrill-Schäden
Auf der Schaden- und Ergebnisseite schlug sich nach vier unspektakulären Vorjahren im
abgelaufenen Geschäftsjahr der Orkan Kyrill nieder. Der Sturm sorgte bei den öffentlichen
Versicherern für eine Brutto-Schadenbelastung von knapp 700 Mio. Euro. "Ebenso deutlich, wie Kyrill
uns als Marktführer in der Wohngebäudeversicherung getroffen hat", erläuterte Schubring-Giese,
"haben wir unseren Kunden nach diesem außergewöhnlichen Ereignis die Leistungsstärke unserer Gruppe
eindrucksvoll unter Beweis gestellt." Die Öffentlichen bearbeiteten etwa 700.000 Kyrill-Schäden,
knapp 90 % davon entfielen auf die Wohngebäudeversicherung. Die Combined Ratio der öffentlichen
Schaden- und Unfallversicherer stieg im Berichtsjahr auf 101,7 (Vorjahr 91,4) % an und lag damit
auf Branchenniveau. Die versicherungstechnische Rechnung der Gruppe schloss mit einem Minus von 119
(Vorjahr +400) Mio. Euro.
Deutsche Rück-Konzern durchbricht 1-Milliarde-Euro-Schallmauer
Der Deutsche Rück Konzern – das sind die Deutsche Rück Aktiengesellschaft in Düsseldorf
und ihr Tochterunternehmen DR Swiss mit Sitz in Zürich – erzielte im Geschäftsjahr 2007
Bruttobeitragseinnahmen von rund 1,02 (Vorjahr 982) Mrd. Euro. Trotz der Schadenbelastung durch den
Orkan Kyrill erwirtschaftete der gruppeneigene Rückversicherer einen Bilanzgewinn von über 8 Mio.
Euro. "Seine starke eigene Substanz und seine maßgeschneiderten Schutzdeckungen erlauben es unserem
Rückversicherer durchaus, auch solche großen Schadenereignisse problemlos zu schultern", so
Schubring-Giese. Dies werde der Deutschen Rück bereits über Jahre hinweg mit einem sehr guten A+
Rating bescheinigt.
Bestseller bei den öffentlichen Lebensversicherern bleibt Riester
Bei den öffentlichen Lebensversicherern verlief das Geschäftsjahr 2007 gegenläufig zu den
Marktentwicklungen: Bei einem marginalen Gesamtmarktwachstum sanken die Beiträge der Öffentlichen
um 2,5 % auf 7,69 Mrd. Euro, doch im Neugeschäft haben sie insgesamt 907.000 Verträge
abgeschlossen. Das entspricht einem Plus von 1,3 %, während die Branche ein Minus von 5,2 %
verbuchte. Besonders das Riester-Geschäft lief überdurchschnittlich gut: Hier zeichnete die Gruppe
mit rund 264.000 Verträgen 19 % mehr als im Vorjahr – der Markt schaffte 2,7 %. Bei den
fondsgebundenen Rentenversicherungen hat die Gruppe die Anzahl der Neuabschlüsse sogar mehr als
verdreifacht.
Schubring-Giese nannte für den Beitragsrückgang zwei Gründe: Die Neubeiträge waren mehrheitlich
kleinvolumig und die Beitragszahlungen vieler sogenannter 5-plus-7-Verträge waren abgelaufen. Bei
diesem Modell zahlt der Kunde in den ersten fünf Jahren Beiträge in die Versicherung ein, in den
verbleibenden sieben Jahren ist die Police beitragsfrei. Die Öffentlichen hatten hier über ihren
Hauptvertriebsweg, die Sparkassen, ein sehr gutes Neugeschäft erzielt, sodass diese Verträge mit
mehr als 40 % zu den regulären Abläufen der Lebensversicherer im Jahr 2007 beitrugen.
Ein deutliches Plus erzielte die Gruppe auf der Vertragsseite: Während der Bestand branchenweit
nach 2006 auch im Jahr 2007 leicht schrumpfte, wuchs er bei den Öffentlichen um 2,8 % auf 8,5 Mio.
Verträge mit einer Versicherungssumme von 205,5 Mrd. Euro. Wie seit Jahren wiesen die öffentlichen
Versicherer auch 2007 eine im Marktvergleich niedrige Stornoquote von 4,01 % und eine niedrige
Verwaltungskostenquote von 2,16 % aus.
Marktkonformer Zuwachs in der Krankenversicherung
Die Beitragseinnahmen in der Krankenversicherung wuchsen – wie im Marktdurchschnitt
– um 3,4 % auf über 1,78 Mrd. Euro. Das Gros von nahezu 1,75 Mrd. Euro geht auf das Konto des
Gemeinschaftsunternehmens der Gruppe, der Consal Beteiligungsgesellschaft AG mit ihren Töchtern
Bayerische Beamtenkrankenkasse und Union Krankenversicherung. Beitragsanpassungen spielten bei dem
Wachstum kaum eine Rolle; das Neugeschäft betrug 134,4 Mio. Euro. Zusammen sind die beiden
Krankenversicherer mit einem Marktanteil von 5,9 % Nummer sechs im Markt. Rund 2,6 Mio. Personen
waren zum Ende des Jahres versichert, darunter 480.000 in der Vollversicherung. Vor dem Hintergrund
der anhaltenden Unsicherheiten über die Zukunft des deutschen Gesundheitswesens sei die Gruppe mit
dem Ergebnis sehr zufrieden, so der Verbandsvorsitzende.
(7.722 ohne / 8.898 mit Leerzeichen)
Pressetext und Infomaterialien
Fotos zum Download
|
|
Friedrich Schubring-Giese
Verwaltungsratsvorsitzender
Verband öffentlicher Versicherer
JPG,
283 KB
|
|
|
|
Gerhard Müller
Vorsitzender des Ausschusses für Außendienst- und Werbefragen
JPG,
KB 1.597
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
Thomas Vorholt
Vorsitzender des Versicherungsausschusses Privatkunden
JPG, 227
KB
|
|
|
|
Eberhard Ottmar
Vorsitzender des Versicherungsausschusses Firmenkunden
JPG,
166 KB
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
Peter Slawik
Vorsitzender des Versicherungsausschusses Kraftfahrt
JPG,
165 KB
|
|
|
|
Prof. Michael Scharr
Vorsitzender des Versicherungsausschusses Leben
JPG,
257 KB
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
Clemens Fuchs
Sprecher des Vorstands ÖRAG Rechtsschutzversicherungs-AG
JPG, 257
KB
|
|
|
|
Dr. Achim Hertel
Mitglied des Vorstands Verband öffentlicher Versicherer/
Deutsche Rückversicherung AG
JPG,
210 KB
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
Axel Kampmann
Vorstandsvorsitzender Consal Beteiligungsgesellschaft AG
JPG;
159 KB
|
|
|
|
Olaf Keese
Geschäftsführer S-PensionsManagement GmbH
JPG,
189 KB
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
Jürgen Rehmann
Vorstandsvorsitzender Verband öffentlicher Versicherer/
Deutsche Rückversicherung AG
JPG,
186 KB
|
|
|
|
Michael Rohde
Mitglied des Vorstands Verband öffentlicher Versicherer/
Deutsche Rückversicherung AG
JPG,
189 KB
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
Andreas Meinhardt
Pressesprecher Verband öffentlicher Versicherer/
Deutsche Rückversicherung AG
JPG,
138 KB
|
|
|
|
|
|