Sparkassenversicherer zeigen sich krisenfest
Gruppe öffentlicher Versicherer 2008
- Wachstum in allen drei Sparten auf über 16,6 Mrd. € Bruttobeitragseinnahmen
- Starkes Neugeschäft in der Lebensversicherung
- Gutes versicherungstechnisches Ergebnis in der Schaden- und Unfallversicherung
- Trotz Finanzkrise eine halbe Milliarde Euro Gewinn vor Steuern erwirtschaftet
Düsseldorf, 2. Juli 2009 – Trotz der Finanzkrise zieht die Gruppe der
öffentlichen Versicherer positive Bilanz für das Jahr 2008. In allen drei Sparten erzielte sie ein
Beitragswachstum und steigerte ihre Bruttobeiträge um 1,2 % auf über 16,6 Mrd. €. Die zum
Sparkassenverbund gehörende Gruppe erwirtschaftete einen Gewinn vor Steuern von einer halben
Milliarde Euro.
"Vor dem Hintergrund eines schadenintensiven Jahres und allem voran einer Finanzkrise, wie ich
sie während meiner langen Berufstätigkeit bisher noch nicht erlebt habe, kann die Gruppe mit ihrem
Geschäftsergebnis von einer halben Milliarde Euro Gewinn vor Steuern zufrieden sein", sagte
Friedrich Schubring-Giese, Vorsitzender des Verbands öffentlicher Versicherer, auf der
Jahrespressekonferenz der Gruppe in Düsseldorf. Am stärksten wuchsen die Krankenversicherer der
Gruppe. Sie steigerten ihre Bruttobeitragseinnahmen um 3,5 % auf nahezu 1,85 Mrd. €. In der
Lebensversicherung schafften die Öffentlichen nach einem Beitragsabrieb im Vorjahr den Sprung
zurück auf die Plusseite und steigerten ihre Beitragseinnahmen um 0,4 % auf 7,72 Mrd. €. Die
Beitragseinnahmen der öffentlichen Schaden- und Unfallversicherer stiegen um 1,4 % auf rund 7,1
Mrd. €, während die Branche mit einem Plus von 0,2 % auf der Stelle trat. Insgesamt haben die
Sparkassenversicherer ihren Marktanteil um 0,1 Prozentpunkte auf 10,4 % ausgebaut. Sie sind als
Gruppe nach wie vor die zweitstärkste Kraft im deutschen Erstversicherungsmarkt.
Stabil trotz turbulentem Marktumfeld
Dass der Gewinn vor Steuern trotz guter Kostenquoten und eines positiven
versicherungstechnischen Ergebnisses in der Schaden- und Unfallversicherung hinter den Vorjahren
zurück blieb, ist auf die Entwicklung der Kapitalanlagen zurückzuführen. Der Kapitalanlagebestand
der öffentlichen Lebensversicherer lag Ende des Jahres 2008 bei rund 78 Mrd. €, die
Nettoverzinsung bei 2,76 %. Die laufende Durchschnittsverzinsung war mit 4,53 % annähernd auf dem
Niveau des Gesamtmarkts, ebenso die Quoten für Eigenkapital, Eigenmittel und Sicherheitsmittel.
Schubring-Giese: "Ich sehe deshalb – trotz des turbulenten Marktumfelds – die
öffentlichen Lebensversicherer insgesamt in einer stabilen Situation."
Ausblick Geschäftsjahr 2009
Im laufenden Geschäftsjahr rechnen die öffentlichen Lebensversicherer zwar mit einem gedämpften
Neugeschäft, aber dennoch mit einem anhaltenden Trend zu Rentenversicherungen. Lebensversicherer
hätten nach wie vor eine Alleinstellung, so Schubring-Giese. Nur sie böten langfristige Sicherheit
auf das eingezahlte Kapital bei gleichzeitiger Garantie für das Alter. "Unsere Kunden wollen und
bekommen 'Brot und Butter-Produkte' – einfach zu verstehen und mit einer ganz simplen, aber
wichtigen Funktion: Absicherung für das Alter." Im ersten Quartal stiegen die Vertragszahlen um 4,0
%, der Neubeitrag um 81 %. Die Versicherungssumme sank um 5,7 %, die der Branche um mehr als 20
%.
In der Krankenversicherung hält trotz der Drei-Jahres-Wechselfrist die starke Nachfrage nach
Vollversicherungen an. Hier erzielte die Consal bis Ende April im bereinigten Neugeschäft einen
Zuwachs von über 32 %.
In der Schaden- und Unfallversicherung erwarten die Sparkassenversicherer wegen der angespannten
Wettbewerbssituation nur ein leichtes Beitragswachstum. Im ersten Quartal verzeichnete die Gruppe
in der Kraftfahrtversicherung ein Beitragsminus, das jedoch unter dem der Branche liegt. In allen
anderen Sparten erzielten die Öffentlichen ein Beitragsplus über dem Marktschnitt.
Das Jahr 2008 im Einzelnen: Starkes Neugeschäft in Leben
Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen der öffentlichen Lebensversicherer wuchsen um 0,4 % auf
7,72 Mrd. €. Einen deutlichen Effekt hatte der Ablauf der 5-plus-7-Verträge, den die Gruppe
durch ein gutes Neugeschäft 2008 teilweise ausgeglichen hat. Das Neubeitragsvolumen lag bei 2,04
Mrd. €, und die Versicherungssumme stieg um 9,1 % überdurchschnittlich stark auf 18,78 Mrd.
€ an. Wie der Markt so verzeichnete auch die Gruppe einen Rückgang bei der Anzahl der neuen
Verträge; sie belief sich auf 851.000 Stück. Der Bestand stieg um 1,4 % auf 8,59 Mio. Verträge mit
einer Versicherungssumme von 207,5 Mrd. €. Die Stornoquote lag mit 4,65 % weiterhin deutlich
unter dem Marktschnitt von 5,49 %, ebenso die Verwaltungskostenquote mit 2,23 %.
Anzahl der Vollversicherten in Kranken steigt
Ein überdurchschnittliches Wachstum erzielten die Krankenversicherer der Gruppe. Die gebuchten
Bruttobeitragseinnahmen stiegen um 3,5 % auf 1,85 Mrd. €. Beitragsanpassungen spielten keine
Rolle. Mit rund 1,81 Mrd. € haben die Unternehmen der Consal – die Bayerische
Beamtenkrankenkasse AG und die Union Krankenversicherung AG – den größten Anteil. Sie
sicherten sich zusammen einen Marktanteil von fast 6 %. Das policierte Neugeschäft der Consal
summierte sich auf nahezu 169 Mio. €. Trotz erschwerter Zugangsbedingungen stieg die Zahl der
Vollversicherten um 1,4 % auf 486.000. Ende des Jahres waren rund 2,7 Mio. Personen bei den
Consal-Unternehmen versichert.
Öffentliche Schaden- und Unfallversicherer wachsen überdurchschnittlich
In der Schaden- und Unfallsparte schaffte die Gruppe ein Plus von 1,4 %, der Gesamtmarkt nur
eines von 0,2 %. Die Bruttobeitragseinnahmen stiegen auf nahezu 7,1 Mrd. €. Insgesamt führte
die Gruppe rund 37 Mio. Verträge im Bestand. Ihr Marktanteil stieg leicht auf 14,2 %; sie steht
damit auf Rang zwei im Markt. Die Summe vieler regionaler Unwetter sowie unverändert hohe
Belastungen in der Leitungswasserversicherung führte zu einem Schadenaufwand von 5,4 Mrd. €.
Die Combined Ratio lag mit 95,3 % auf Branchenniveau. "Unsere versicherungstechnische Rechnung in
Schaden-Unfall fiel mit einem Plus von gut 184 Mio. € deutlich erfreulicher aus als noch im
Vorjahr, als wir insbesondere wegen Kyrill einen Verlust ausweisen mussten", sagte
Schubring-Giese.
Stärkste Sparte war die Sachversicherung, in der die Gruppe mit einem Marktanteil von 24,2 %
Marktführer ist. In der HUK-Versicherung sanken die Bruttobeitragseinnahmen leicht um 0,9 %, was
vor allem auf den anhaltenden Preiskampf in der Kraftfahrtversicherung zurückging. Dort
verzeichneten die Öffentlichen einen nahezu branchenkonformen Beitragsrückgang von 2,4 Prozent,
hielten aber ihren Marktanteil mit 10,7 % auf Vorjahresniveau. In der Allgemeinen Haftpflicht- und
Unfallversicherung stiegen die Beiträge hingegen. In der Rechtsschutzversicherung schaffte die
Gruppe ein Plus von 5,8 % und baute den Marktanteil auf 7,8 % aus. Den größten Anteil mit
Bruttobeiträgen von knapp 207 Mio. € erwirtschaftete der gemeinsame Anbieter, die ÖRAG
Rechtsschutzversicherung AG.
Deutsche Rück baut Geschäft aus
Trotz der hohen Belastung durch zahlreiche Schäden aus dem Naturgefahren-Bereich erzielte der
Deutsche Rück Konzern – die Deutsche Rück AG zusammen mit der Tochtergesellschaft DR Swiss
– ein positives versicherungstechnisches Ergebnis von 8,7 Mio. €. Die verdienten
Bruttobeitragseinnahmen lagen bei insgesamt 1,04 Mrd. €, was einem Plus von 3,0 % entspricht.
Das Beitragswachstum resultierte aus dem Ausbau des Geschäftsvolumens mit den öffentlichen
Versicherern sowie dem erfolgreichen Aufbau neuer Kundenbeziehungen in Deutschland und im Ausland.
Die Aussichten für die Deutsche Rück seien bei dem aktuell günstigen Marktumfeld positiv, so
Schubring-Giese.
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Pressetext und Infomaterialien
Fotos der Pressekonferenz zum Download
Dr. Harald Benzing, Vorsitzender Versicherungsausschuss Leben, (links)
und Friedrich Schubring-Giese, Verbandsvorsitzender, diskutieren
in Düsseldorf mit den Journalisten.
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Friedrich Schubring-Giese präsentierte
die Geschäftsergebnisse der Gruppe
öffentlicher Versicherer für das Jahr 2008
bei der Jahrespressekonferenz in Düsseldorf.
Foto Friedrich Schubring-Giese herunterladen (jpg / 300 dpi / 2,3 MB)
Fotos der Mitglieder des Verwaltungsrats des Verbandes und der Vorsitzenden der
Versicherungsausschüsse finden Sie
hier.
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