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Presse-Informationen 01.07.2010

Presse-Informationen 01.07.2010
Presse-Informationen 01.07.2010

Gruppe öffentlicher Versicherer 2009

Sparkassenversicherer wachsen in allen Sparten

  • Überdurchschnittliches Prämienwachstum in allen Sparten 
  • Hohe Nachfrage nach Lebensversicherungen – vor allem gegen Einmalbeitrag 
  • Gestiegene Kapitalanlageergebnisse  
  • Deutlich verbessertes versicherungstechnisches Ergebnis in Schaden-Unfall 
  • Positive Entwicklung der Jahresüberschüsse bei den öffentlichen Versicherern

Düsseldorf 1. Juli 2010 – Das Geschäft der Gruppe der öffentlichen Versicherer wuchs im Jahr 2009 weiter. Die Bruttobeitragseinnahmen über alle Sparten stiegen um 6,5 % auf rund 17,7 Mrd. € an. Der Gewinn vor Steuern erreichte 847 Mio. €.

„Die Öffentlichen setzten im Jahr 2009 ihre gute Geschäftsentwicklung nicht nur weiter fort, sondern konnten sich dabei positiv vom Markt absetzen – und dies ohne Zukäufe“, sagte Friedrich Schubring-Giese, Vorsitzender des Verbands öffentlicher Versicherer, auf der Jahrespressekonferenz der Gruppe in Düsseldorf. Ihren Marktanteil als Gruppe konnten sie um 0,2 Prozentpunkte auf 10,6 % ausbauen und nehmen damit nach wie vor Rang Zwei im deutschen Erstversicherungsmarkt ein. Vor allem in der Lebensversicherung wurde ein überdurchschnittliches Beitragswachstum von 11,1 % erzielt, während der Markt nur um 7,1 % zulegte. Insgesamt lag das Prämienvolumen (ohne RfB) bei 8,57 Mrd. €. Die Krankenversicherer der Öffentlichen haben ihre Beiträge um 6,7 % auf 1,97 Mrd. € gesteigert. In der Schaden- und Unfallversicherung verzeichneten die öffentlichen Versicherer Beitragsein-nahmen von mehr als 7,1 Mrd. € und damit ein Plus von 1,4 %, während der Gesamtmarkt das zweite Jahr in Folge stagnierte.

Kapitalanlage verbessert sich deutlich

Die öffentlichen Lebensversicherer konnten eine deutlich bessere Nettoverzinsung der Kapitalanlagen erzielen: nach nur 2,7 % im Jahr 2008 waren es 2009 im Schnitt 4,0 %. Die gesamte Gruppe öffentlicher Versicherer verwaltete Ende des Jahres 2009 Kapitalanlagen mit einem Gesamtvolumen von 105,2 Mrd. €. 

Das Jahr 2009 im Einzelnen

Die Beitragseinnahmen der öffentlichen Lebensversicherer sind 2009 um 11,1 % auf 8,57 Mrd. € deutlich angestiegen. Einen erheblichen Anteil daran hatte das Neugeschäft mit Lebensversicherungen gegen Einmalbeitrag – überwiegend private Rentenversicherungen – mit einem Beitragsplus von 86,4 % (Branche + 59,3 %) auf 2,84 Mrd. €. Ihren Marktanteil baute die Gruppe von 9,7 % im Vorjahr auf 10,1 % aus. Das Neugeschäft entwickelte sich erfreulich: Insgesamt lagen die Neubeiträge mit über einer Milliarde Wachstum bei 3,3 Mrd. €, die Anzahl der neuen Verträge belief sich auf 861.000 Stück und die Versicherungssumme auf 19,8 Mrd. €.  Der Gesamtbestand wuchs um 1,4 % auf 8,7 Mio. Verträge mit einer um knapp ein Prozent gestiegenen Versicherungssumme von 209,4 Mrd. €. Die Stornoquote liegt wie seit Jahren mit 5,51 % unter der des Markts von 6,17 %, die Verwaltungskosten-quote der Gruppe bei 2,07 %.

„Das wir ein gutes Neugeschäft verzeichnen“, betont Schubring-Giese, „überrascht nicht. Die Öffentlichen sind nicht erst seit gestern ausgewiesene Bankenversicherer.“ Altersvorsorge mit Lebensversicherungen – auch gegen Einmalbeitrag – habe auch bisher schon eine bedeutende Rolle gespielt. „Aufgeschobene Versicherungen gegen Einmalbeitrag geben dem Kunden die Möglichkeit, vorhandene größere Summen in eine sichere und flexible Altersvorsorge zu investieren“, so Schubring-Giese. „Auch für die Versicherungsunternehmen sind Lebensversicherungen gegen Einmalbeitrag, zu denen ja auch Riester-, Kapitalleben- oder bAV-Produkte zählen, grundsätzlich wünschenswertes Geschäft, das auf eine gewisse Langfristigkeit angelegt ist.“ In einer Niedrigzinsphase könne sich das Geschäft mit Einmalbeiträgen wegen des erhöhten Stornorisikos allerdings auch gegen den Versicherer wenden. „Deshalb müssen wir das Einmalbeitragsgeschäft aktiv steuern“, meint Schubring-Giese. Die öffentlichen Versicherer hätten dazu Maßnahmen wie Mindestaufschubzeiten, Zinstranchen, Höchstsummen bei Verträgen oder die Deckelung des Gesamtvolumens ergriffen.

Trotz des durch den Gesetzgeber seit Jahren erschwerten Marktumfelds, konnten die Krankenversicherer der Öffentlichen ihre Beiträge um 6,7 % auf insgesamt 1,97 Mrd. € steigern. Ein Prämienanteil von 98 % oder 1,93 Mrd. € entfällt dabei auf die beiden Tochterunternehmen der Consal AG, die Bayerische Beamtenkrankenkasse und die Union Krankenversicherung. Die beiden Consal-Unternehmen verzeichneten ein policiertes Neugeschäft von 189,1 Mio. €. Zum Ende des Jahres waren insgesamt rund 2,7 Mio. Personen versichert. 

Beitragsplus und weniger Naturgefahren-Schäden freuen Sachversicherer

Die öffentlichen Schaden- und Unfallversicherer verzeichneten mit mehr als 7,1 Mrd. € Bruttobeitragseinnahmen ein Plus von 1,4 %, während der Gesamtmarkt das zweite Jahr in Folge stagnierte. Damit verbesserte die Gruppe ihren Marktanteil auf 14,3 %. Da im letzten Jahr bundesweite Naturgefahren-Großschadenereignisse ausblieben, verringerte sich der Schadenaufwand um 1,7 % auf 5,4 Mrd. €. Die Combined Ratio lag mit 93,1 % unter dem Branchenwert von 96,6 %. Die versicherungstechnische Rechnung fiel mit einem Plus von knapp 500 Mio. € deutlich besser aus als im Vorjahr.

In der Sachversicherung haben die Öffentlichen ihre Marktführerschaft erneut erfolgreich behauptet. Mit einem Plus von 2,6 % steigerte die Gruppe ihre Beitragseinnahmen auf über 3,5 Mrd. € und erreicht nun einen Marktanteil von 24,1 %. In ihrer prämienstärksten Sparte in diesem Segment, der Verbundenen Wohngebäudeversicherung, legten die Öffentlichen um 4,3 % zu. Mit Bruttobeitragseinnahmen von mehr als 1,7 Mrd. € hält die Gruppe als  Branchenprimus einen Marktanteil von 37,2 %.

In der Kraftfahrtversicherung verzeichnete die Gruppe mit Bruttobeitragseinnahmen von insgesamt knapp 2,2 Milliarden Euro ein Beitragsminus von 1,1 %. Da die Branche noch höhere Einbußen von minus 1,5 % in Kauf nehmen musste, bauten die öffentlichen Versicherer ihren Marktanteil dennoch geringfügig auf 10,8 Prozent aus. Mit  106,5 % lag die Combined Ratio etwas über dem Branchenwert von 103,0 %. Das versicherungstechnische Ergebnis fiel mit -141,5 Mio. € erneut negativ aus.

Rechtsschutz und Rückversicherung erfolgreich

Mit einem Beitragsplus von 2,4 % schnitten die öffentlichen Rechtsschutz-Versicherer wie bereits in den Vorjahren deutlich besser ab als der stagnierende Markt. Insgesamt verbuchte die Gruppe Bruttobeitragseinnahmen von mehr als 250 Mio. €. Der gemeinsame Rechts-schutzversicherer, die ÖRAG, erwirtschaftete dabei mit 210 Mio. € den Löwenanteil am Umsatz der Gruppe.

Das Prämienvolumen des Deutsche Rück Konzerns – Deutsche Rück AG zusammen mit der Tochtergesellschaft DR Swiss – belief sich auf 1,01 Mrd. €. Ein unauffälliger Schadenverlauf, hohe Zuführungen zu den Schwankungsrückstellungen und ein deutlich gestiegener Ergebnisbeitrag aus den Kapitalanlagen kennzeichneten das Geschäftsjahr. Nach Steuern erzielte der Konzern einen Überschuss von 19,5 Mio. €. Mit Eigenmitteln in Höhe von mehr als 525 Mio. € erreichte der Konzern eine sehr gute Quote von knapp 80 % der verdienten Nettobeiträge.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2010

Im laufenden Geschäftsjahr rechnen die öffentlichen Lebensversicherer damit, dass der Trend zu Policen gegen Einmalbeitrag anhalten wird. „Erbschaften werden fällig und das Ablaufvolumen aus Kapital-Lebensversicherungen ist enorm“, so die Prognose von Friedrich Schubring-Giese. Die Gruppe konnte in der Lebensversicherung im 1. Quartal ein gutes Neugeschäft verzeichnen: Die Vertragszahlen stiegen um 11,1 %, die Versicherungssumme um 19,1 % und der Neubeitrag um 129 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Die aktive Geschäftssteuerung der Öffentlichen wird dazu beitragen, dass wir am Ende des Jahres zwar gute, aber deutlich moderatere Zahlen, insbesondere im Einmalbeitragsgeschäft, sehen werden“, so Schubring-Giese.

Die Krankenversicherer der Gruppe gehen von einem Wachstum über dem für den Gesamtmarkt prognostizierten Wert von rund 5 % aus.

In der Schaden- und Unfallversicherung erwarten die Öffentlichen aufgrund der unveränderten Wettbewerbssituation ein leichtes Beitragsplus. Das versicherungstechnische Ergebnis wird auch von der weiteren Entwicklung der Schadenhäufigkeit und -schwere im Naturgefahrenbereich abhängig sein: Bereits im Februar 2010 hat das Orkantief XYNTHIA im Süd-Westen Deutschlands zu hohen Schäden geführt. Für die Gruppe lag der Gesamtschaden-aufwand bei gut 200 Mio. €. In der Kraftfahrt- und Unfallversicherung wird die lange Winterperiode zu Beginn dieses Jahres den Schadenaufwand zusätzlich erhöhen. „In der Kraftfahrtversicherung erwarten wir auch in diesem Jahr einen weiterhin hart umkämpften Markt. Allerdings könnte der im Vergleich zum Vorjahr schwächere Beitragsrückgang im Jahr 2009 ein Indiz dafür sein, dass der Negativtrend der vergangenen Jahre langsam gestoppt werden kann“, so Schubring-Giese.

Die Gruppe hat die ÖRAG Rechtsschutzversicherung damit beauftragt, zum 1. Oktober 2010 einen gemeinsamen, zentralen Produktgeber und Risikoträger für den zunehmenden Bedarf an sogenannten Beistandsleistungen zu gründen. Den Geschäftsbetrieb nimmt er voraussichtlich zum 1. Januar 2011 auf. Dieser neue Assistance-Versicherer wird im Verbund der Sparkassen-Finanzgruppe Produkte anbieten, die Notfall-Services und Versicherungsschutz miteinander verbinden, beispielsweise in Form eines Wohnungsschutzbriefs. 

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Pressetext und Informationsmaterialien (als PDF):

Pressemitteilung der Gruppe öffentlicher Versicherer

Redemanuskript des Verwaltungsratsvorsitzenden Friedrich Schubring-Giese

Folien zur Rede des Verwaltungsratsvorsitzenden

Hier können Sie das Jahrbuch 2010 herunterladen.

 

Fotos (als JPG)

Verbandsvorsitzender bei der PK 2010 Verbandsvorsitzender bei der PK 2010
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Plenum bei der PK 2010

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Fotos der Mitglieder des Verwaltungsrats des Verbandes und der Vorsitzenden der Versicherungsausschüsse finden Sie hier.

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