Verband trotz Corona-Pandemie voll arbeitsfähig. Der Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unserer Mitglieder und Verbundpartner steht für uns an oberster Stelle. Der Verband öffentlicher Versicherer unterstützt deshalb die von Politik und Behörden beschlossenen Maßnahmen zur Verlangsamung der Verbreitung des Corona-Virus. Bereits seit dem 12. März nutzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verbands die Möglichkeiten des mobilen Arbeitens von zu Hause. Der Verband unterstützt seine Mitglieder und Verbundpartner in dieser schwierigen Zeit und bleibt für diese voll arbeitsfähig und erreichbar. Die Arbeit und die Sitzungen der Verbandsgremien werden über Telefon- und Videokonferenzen aktiv weitergeführt.

  • Beitragseinnahmen steigen um 5,5 Prozent
  • Lebensversicherung wächst überdurchschnittlich
  • Rekordhoch bei Feuer-Großschäden
  • „Nachhaltigere“ Kapitalanlage wird zur Strategie

„Für die Öffentliche Oldenburg ist das Geschäftsjahr 2019 gut gelaufen. Und dies bei herausfordernden Marktbedingungen.“ Dieses Fazit zog Dr. Ulrich Knemeyer, Vorsitzender des Vorstands, auf der Jahrespressekonferenz am Mittwoch in Oldenburg. Die Oldenburgische Landesbrandkasse (OLBK) und die Öffentliche Lebensversicherungsanstalt Oldenburg haben im vergangenen Jahr ihren erfolgreichen Kurs als regionaler Marktführer fortgesetzt. In allen wesentlichen Geschäftssegmenten wurden steigende Beitragseinnahmen erzielt.

Beide Unternehmensteile, die OLBK mit der Schaden- und Unfallversicherung und die Lebensversicherung, verzeichneten 2019 ein stabiles Neugeschäft mit einem Beitragswachstum über dem des Gesamtmarkts. Zur Situation des Umfelds sagte Knemeyer: „Die Kapitalmärkte sind weiterhin von anhaltenden Niedrigzinsen in Europa, kritischen Schlagzeilen zur Ausbreitung des Corona-Virus in China und Asien sowie allgemeinen, politischen Unsicherheiten für die Weltwirtschaft geprägt. Zunehmend wirkt sich auch der bereits eingetretene Klimawandel auf das regionale Versicherungsgeschäft aus. Wir erleben extreme Trockenheit in den Sommermonaten bei gleichzeitig regional auftretenden Starkregenereignissen. Außerdem treten vermehrt schwere Gewitter-, Hagel- oder Winterstürme auf. Vor diesem Hintergrund können wir mit unserer Schadenbilanz 2019 – trotz Feuer-Großschäden in Millionenhöhe – zufrieden sein.“

Insgesamt stiegen die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen der Öffentlichen Oldenburg 2019 um 5,5 Prozent auf 259,6 Millionen Euro. Der Bestand der Kapitalanlagen wuchs um 2,5 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro. „Beigetragen zu dem guten Gesamtergebnis haben unsere eigenen Geschäftsstellen im Oldenburger Land sowie die LzO und die Sparkasse Wilhelmshaven“, freute sich Knemeyer. Die Öffentliche Oldenburg hat viele langfristige Kundenverbindungen mit hoher Zufriedenheit der Versicherten. „Mit rund 80 Geschäftsstellen im Oldenburger Land sprechen wir unsere Kunden auf ihre individuellen Belange in Versicherungsfragen an. Hier beweisen wir täglich unser Motto ,Nähe ist die beste Versicherung‘“, so Knemeyer. Vor Ort und in der Oldenburger Zentrale sind insgesamt rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Sie betreuten Ende des Jahres knapp 990.000 Versicherungsverträge. Schäden werden schnell reguliert. Leistungsfähige Expertenteams von Schadenregulierern und Sachverständigen sind flächendeckend und schnell für die Kunden im Einsatz. In der Lebensversicherung zeigt sich die Kundenzufriedenheit in steigenden Bestandszahlen sowie niedrigen und weiter sinkenden Stornoquoten. Diese belegen, dass die Kunden der Altersvorsorge der Öffentlichen vertrauen. „Unsere Geschäftsstrategie basiert auf einem Kundenbetreuungsmodell, das jedem Kunden einen festen Betreuungspartner zuordnet. So vertrauen der Öffentlichen mehr als 400.000 Kunden Jahr für Jahr in Versicherungsangelegenheiten“, so der Vorstandsvorsitzende.

Nachhaltige Geldanlagen beeinflussen zunehmend den Finanzmarkt. Unter dem Begriff „Sustainable Finance“ lassen sich hierzu Entwicklungen, Anforderung und Erwartung für die Kapitalanlage bündeln.

Selbstverständlich setzen sich auch die Öffentlichen Versicherungen Oldenburg mit dem Thema Sustainable Finance auseinander. Zusammen mit den anderen Unternehmen im VGH-Verbund wurden Nachhaltigkeitskriterien für Investitionsentscheidungen entwickelt und beschlossen. Bei der Kapitalanlage in Unternehmensanleihen und -aktien berücksichtigen die Öffentlichen Versicherungen Oldenburg verpflichtend soziale, menschenrechtliche und ökologische Anforderungen. Die entwickelten Ausschlusskriterien unterbinden Investitionen in Geschäftspraktiken und -aktivitäten, die sich negativ auf die Gesellschaft und Umwelt auswirken können. Darüber hinaus sind Kapitalanlage-Verwaltungsgesellschaften beauftragt, über die Aktienstimmrechte Einfluss auf eine nachhaltige Unternehmensführung der Fondsinvestments zu nehmen.

„Mit einem Kapitalanlagevolumen von rund 20 Milliarden Euro im VGH-Verbund sind wir uns unserer Verantwortung bewusst, die wir nicht nur für Kundengelder, sondern auch für die Gesellschaft tragen“, so Knemeyer. Eine weitere wichtige Maßnahme sei daher 2019 die Unterzeichnung der weltweit anerkannten Principles for Responsible Investment (PRI). Gemeinsam mit anderen öffentlich-rechtlichen Versicherern sind die Unternehmen im VGH-Verbund der internationalen Finanzinitiative beigetreten. Sie verfolgt das Ziel, verantwortungsbewusstes Kapitalanlagemanagement zu fördern.

OLBK oft Marktführer in ihrem Geschäftsgebiet

Der Schaden- und Unfallversicherer Oldenburgische Landesbrandkasse hat 2019 in nahezu allen Sparten gestiegene Beitragseinnahmen erzielen können. Hierdurch wurde die Marktführerschaft in vielen Segmenten verteidigt bzw. sogar ausgebaut. Insgesamt stiegen die Beitragseinnahmen der OLBK um 2,2 Prozent auf 167,8 Millionen Euro. Dieser Zuwachs lag vor allem an der Entwicklung der Sachversicherungen. Die höchsten Zuwächse gab es in der Wohngebäudeversicherung mit 5,5 Prozent, der Allgemeinen Unfallversicherung mit 7,2 Prozent und der Hausratversicherung mit 3,9 Prozent, Diese Zuwächse lagen weit über dem Marktdurchschnitt. In der Kfz-Versicherung wurden zur Stärkung der Ertragskraft die Bereinigungen im Großflottengeschäft fortgesetzt. Dies führte zu einem leichten Beitragsrückgang um 0,3 Prozent nach allerdings noch minus 1,8 Prozent 2018.

Der große Wermutstropfen: Auf der Schadenseite verzeichnete die OLBK 2019 einen Rekord bei Aufwendungen für Feuer-Großschäden. Mit 27,4 Millionen Euro betrug die Schadenbelastung mehr als das Doppelte des Durchschnitts der letzten fünf Jahre. Die negativen Highlights der Großbrände sind quer über das Geschäftsgebiet verteilt: die Kirche in Brake-Golzwarden, ein Legehennen-Betrieb in Damme, ein Geflügel-Betrieb in Holdorf und eine Tischlerei in Varel. Die 2017 eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen im Großflottensegment werden zunehmend spürbar. So sank der Schadenaufwand im Kfz-Bereich um rund zehn Prozent auf 51,4 Millionen Euro. Insgesamt summierte sich der Bruttoschadenaufwand der OLBK über alle Versicherungssparten 2019 auf rund 128 Millionen Euro nach 118 Millionen Euro 2018. Die Schadenquote stieg dadurch auf 77 Prozent und liegt hiermit im Durchschnitt der letzten Jahre. Die kombinierte Schaden- und Kostenquote betrug 87 Prozent und führte zu einem positiven versicherungstechnischen Ergebnis, welches sich voraussichtlich unter dem vom Markt zu erwartenden Wert befindet.

Auch wenn das Oldenburger Land im vergangenen Jahr von großen Sturmereignissen verschont geblieben ist, bleibt der Klimawandel die größte Herausforderung für die Branche, betonte Knemeyer. Starkregen, Sturm oder extreme Dürreperioden werden perspektivisch häufiger in der Region erwartet. „Die Hausbesitzer sollten sich auf einen erweiterten Absicherungsbedarf einstellen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Öffentlichen und warb für eine Elementarschadenabsicherung.

Lebensversicherung stark durch innovative Produkte

Die Öffentliche Lebensversicherung Oldenburg verzeichnete 2019 einen Zuwachs der gebuchten Bruttobeiträge von 12,3 Prozent auf 91,8 Millionen Euro. Dieser lag über dem Anstieg des Marktdurchschnitts. Das Wachstum wurde vor allem durch Lebensversicherungen gegen Einmalbeitrag getrieben. Im Neugeschäft wurde ein Beitragswachstum von 14,7 Prozent auf 181,7 Millionen Euro erzielt. Ein hoher Anteil hiervon entfiel auf die betriebliche Altersvorsorge (bAV). „Die finanzielle Vorsorge spielt weiter eine große Rolle für die geburtenstarken Jahrgänge, die in einigen Jahren in Rente gehen“, betonte Knemeyer. Gerade zum jetzigen Zeitpunkt sei es wichtig, sich damit auseinanderzusetzen, um den gewohnten Lebensstandard im Alter halten zu können. Deshalb führe zur Vermeidung von Altersarmut kein Weg an privater Altersvorsorge vorbei – auch bei anhaltend niedrigen Zinsen. „Private Vorsorge ist unerlässlich. Jeder Kunde wird bei uns bedarfsgerecht beraten und kann auf dieser Basis die richtige Entscheidung für sich treffen. Das gilt umso mehr, da sich die Rentenbezugsdauer aufgrund der steigenden Lebenserwartung immer weiter erhöht“, erklärte Knemeyer. Die gleichbleibend niedrige Stornoquote der Öffentlichen Leben von nur 2,3 Prozent spiegele das langjährige Kundenvertrauen wider.

Der Bestand an Lebensversicherungsverträgen konnte 2019 weiter um 3,7 Prozent auf 120.880 erhöht werden. Die Bestandssumme aller Verträge stieg um 5,2 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 4,1 Milliarden Euro. Für Ablaufleistungen, Versicherungsfälle und Rückkäufe zahlte die Öffentliche Leben im vergangenen Jahr 73,5 Millionen Euro an ihre Kunden aus.

Agenda „Aktiv Zukunft gestalten – gemeinsam für die Region“

„2020 werden wir unsere Geschäftsstrategie fortsetzen und unsere gute Marktposition weiter ausbauen“, kündigte Knemeyer an. Dabei liege der Fokus verstärkt auf den Alters- und Vorsorgeprodukten – insbesondere um die steigende Lebenserwartung abzusichern. Positiv trägt dazu die Chancennutzung aus dem Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) bei. Damit hat die Bundesregierung seit 1. Januar 2019 die Arbeitgeber verpflichtet, bei Neuabschlüssen in der bAV einen Arbeitgeberzuschuss zur Altersvorsorge zu zahlen. Darüber hinaus wird 2020 ein Augenmerk auf die Wohngebäude-Versicherung gelegt. Ein neues Wohnflächenmodell soll etabliert werden, und auch die Überprüfung aller Versicherungssummen steht auf dem Programm. Nicht zuletzt um bei den Versicherten im Schadenfall eine vollumfängliche Regulierung zu garantieren.

Die komplette Pressemitteilung finden Sie hier (PDF)

Ansprechpartnerin

Pia Marie Wenholz
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
T 0441. 2228-777
E pia_marie.wenholz@oevo.de

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