Bei jedem achten gemeldeten Kfz-Schaden infolge eines Verkehrsunfalls wird eine Person verletzt. Für Krankenversicherer stehen primär Krankheitsfälle, nicht hingegen Unfallopfer im Fokus. Die Ausgaben für die Entschädigung der Schwerstverletzten sind dabei immens. Und sie steigen aufgrund der medizinischen Entwicklung und des Einsatzes moderner Technik weiter an. Das hat direkte Auswirkungen auf die Kfz-Versicherer. Denn sie werden vom Krankenversicherer in Regress genommen.

Vor diesem Hintergrund treiben die öffentlichen Versicherer das sogenannte Personenschadenmanagement aktiv voran. Das heißt, dass sich ein Versicherungsunternehmen nicht auf den reinen finanziellen Ausgleich von Heilbehandlungskosten und sonstigen mit dem Personenschaden zusammenhängenden Positionen beschränkt, sondern den Heilbehandlungsprozess aktiv steuert und begleitet. Zusätzlich empfiehlt und bezahlt der Versicherer spezielle, für den individuellen Fall geeignete Behandlungsmethoden.

Maßnahmen für eine schnelle Genesung
Eine Form des Personenschadenmanagements ist dabei das sogenannte Case Management: Bei besonders schweren Personenschäden mit tatsächlichen oder möglichen erheblichen Dauerfolgen bietet der Versicherer die Wiedereingliederung des Verletzten in das private und berufliche Leben im Rahmen eines sogenannten Rehabilitationsmanagements an. Dies umfasst die Planung, Ausführung und Koordination geeigneter Maßnahmen für den einzelnen Verletzten. Dabei bindet der Versicherer sowohl die behandelnden Ärzte und Therapeuten, als auch den bisherigen oder möglichen neuen Arbeitgeber sowie die Angehörigen partnerschaftlich ein.

Verletzte und Versicherer profitieren gleichermaßen
Das aktive Personenschadenmanagement hat also Vorteile für beide Seiten: für das Unfallopfer und den Versicherer. Der Verletzte profitiert vom Personenschadenmanagement, weil hierdurch eine schnelle Genesung gefördert, Langzeitfolgen verringert oder eine dauerhafte Pflege organisiert werden. Der Versicherer kann beim Verdienstausfall, bei Haushaltsführungsschäden und Schmerzensgeld die Kosten senken. Die öffentlichen Versicherer arbeiten zusammen mit der gruppeneigenen Reha Assist, einer Tochter der Deutschen Assistance. Reha Assist unterstützt bei der medizinischen Rehabilitation, sozialen Teilhabe, beruflichen Wiedereingliederung und der Optimierung der Wohnsituation indi viduell und personenbezogen.

Thomas Vorholt (Vorsitzender Versicherungsausschuss Privatkunden)

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