Beim zweiten Parlamentarischen Abend des Verbands öffentlicher Versicherer am 6. November 2019 in Brüssel konnte dessen Vizepräsident Dr. Wolfgang Breuer zwei einflussreiche Persönlichkeiten der europäischen Politik als Gastredner begrüßen: Dr. Othmar Karas, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, und Gabriel Bernardino, Vorsitzender der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung EIOPA.

Rund 140 Gäste waren der Einladung des Verbands öffentlicher Versicherer in die Vertretung des Bundeslands Nordrhein-Westfalen gefolgt, darunter mehrere Vertreter von Europäischem Parlament, Rat und Kommission, Vertreter von Verbänden, Unternehmen, Think Tanks sowie Vorstände der öffentlichen Versicherer.

Dr. Othmar Karas stellte in seiner Rede den großen Einfluss des Europäischen Parlaments auf die europäische Gesetzgebung heraus. Um dieser enormen Verantwortung gerecht werden zu können, sei auch ein qualifizierter Austausch mit der Wirtschaft nötig. „Die Präsenz der öffentlichen Versicherer in Brüssel und der konstante Dialog mit der Politik sind daher besonders wichtig“, unterstrich Karas die Bedeutung der Interessenvertretung. Dies zeige sich unter anderem in der Finanzmarktregulierung beim Versicherungsregelwerk Solvency II. „Was die Proportionalität betrifft, müssen wir die Erfolge der Bankenregulierung nun auf die Versicherungsregulierung ausweiten.“, versprach Karas.

Der oberste europäische Versicherungsaufseher Gabriel Bernardino betonte, dass die öffentlichen Versicherer in Brüssel einen besonderen Beitrag leisten. Für die laufende Konsultation Solvency-II-Review bat Bernardino um intensive Mitwirkung des Verbands öffentlicher Versicherer, weil er vor allem mittelgroße und regional tätige Versicherer vertritt, die im Versicherungsmarkt von Europas größter Volkswirtschaft eine gewichtige Rolle spielen. Bernardino skizzierte in Folge die aktuellen Regulierungsvorhaben rund um das Nachhaltige Finanzwesen im Rahmen der EU-Klimaschutzziele. „Die Versicherungswirtschaft muss Teil der Lösung, nicht des Problems sein“, forderte Bernardino zur Beschäftigung mit der Thematik auf.

Dr. Wolfgang Breuer, Vizepräsident des Verbands öffentlicher Versicherer und Vorstandsvorsitzender der Provinzial NordWest, betonte die Bedeutung des Solvency-II-Reviews im Laufe der neuen Legislaturperiode. „Mit einem Marktanteil von über 30 Prozent in der Wohngebäudeversicherung können wir in den Solvency-II-Standardmodellen zur Berechnung des Risikokapitals nicht immer angemessene Differenzierungen vornehmen“, sagte Breuer. „Diesen Punkt werden wir im Review berücksichtigen“, versicherte Karas.

Zugleich stellte Breuer den Beitrag eines nachhaltigen Finanzwesens zur Erfüllung der Klimaziele der EU heraus. Mit ihrem Beitritt zur Investoren-Initiative „PRI“, den Principles for Responsible Investment, unterstreichen die öffentlichen Versicherer, dass sie ökologische, soziale und ethische Grundprinzipien bei ihren Investitionsentscheidungen berücksichtigen. „Was wir aber keinesfalls brauchen, sind Konzepte wie ein ‚Green Supporting Factor‘ oder ‚Brown Penalizing Factor‘ mit Kapitalerleichterungen oder -zuschlägen für bestimmte Branchen oder Sektoren“, betonte Breuer. Eigenkapitalvorschriften sollten ausschließlich ökonomische Risiken widerspiegeln.

Die vollständige Pressemitteilungen finden Sie hier (PDF)

Dr. Wolfgang Breuer, Vizepräsident des Verbands öffentlicher Versicherer (2. v. l.), mit den Gastrednern Dr. Othmar Karas (EVP), Vizepräsident des Europäischen Parlaments und Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung (2. v. r.), sowie Gabriel Bernardino, Vorsitzender der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung EIOPA (r.), beim zweiten Parlamentarischen Abend des Verbands öffentlicher Versicherer in Brüssel unter dem Motto „Sankt Martin“. Links im Bild Ingmar Beuth, Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Europäischen Union. [Foto: Bruno Maes]

Gabriel Bernardino, Vorsitzender der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung EIOPA, bat für die laufende Konsultation Solvency-II-Review um intensive Mitwirkung des Verbands öffentlicher Versicherer.

 

Ansprechpartner

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Pressesprecher
T 0211. 4554-123
E andreas.meinhardt@voevers.de

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