• Stabiles Prämienvolumen und gesteigertes Vorsteuerergebnis
  • Gute Combined Ratio von 93,9 Prozent in der Schaden- und Unfallversicherung
  • Rückgang des Einmalbeitragsgeschäfts in der Lebensversicherung

Die elf regional tätigen, öffentlichen Versicherungsgruppen erzielten im Geschäftsjahr 2016 ein stabiles Prämienvolumen und ein gestiegenes Vorsteuerergebnis. Mit einem Beitragsvolumen von 21,23 Milliarden Euro kommen sie auf einen Marktanteil von gut 11 Prozent und sind damit zweitstärkste Kraft im deutschen Erstversicherungsmarkt. „Nicht nur die stabile Marktanteilsentwicklung, sondern auch ein zum dritten Mal in Folge gestiegenes Vorsteuerergebnis belegen die besondere Qualität unseres Geschäftsmodells der regionalen Verankerung“, sagte der Verbandsvorsitzende Hermann Kasten. Die zur Sparkassen-Finanzgruppe gehörenden öffentlichen Versicherer erzielten zusammen ein Ergebnis vor Steuern von 1,09 Milliarden Euro.

Schaden- und Unfallversicherung: Beitragswachstum und niedrige Combined Ratio
Die öffentlichen Schaden- und Unfallversicherer schnitten 2016 etwas besser ab als der Markt. Die Gruppe steigerte ihre Beitragseinnahmen um 3,4 Prozent (Branche +2,8 Prozent) auf 8,84 Milliarden Euro. Ihr Marktanteil liegt in dieser Sparte mit 14,4 Prozent auf stabil hohem Niveau. Wachstumsimpulse kamen vor allem aus den HUK-Versicherungen mit 2,7 Prozent Beitragssteigerung. In der Sachversicherung bleiben die Öffentlichen mit einem Marktanteil von 23,2 Prozent nach wie vor Marktführer in Deutschland. Ihren Bestand haben die Öffentlichen im Berichtsjahr um 0,9 Prozent auf knapp 39 Millionen Verträge ausgebaut. Die Schadenaufwendungen stiegen – trotz der heftigen Sommerunwetter im Süden und Westen Deutschlands – nur moderat um 0,7 Prozent (Branche +2,8 Prozent) an. „Mit dem Geschäftsverlauf in der Schaden- und Unfallversicherung, die sich in einer Combined Ratio von nur 93,3 Prozent niederschlägt, sind wir sehr zufrieden“, meinte Kasten. Vorsichtig optimistisch schätzen die Öffentlichen als Marktführer in der Wohngebäudeversicherung die Abdeckung von Elementargefahren ein. „Heute sind zwar immer noch nur rund 40 Prozent der Hausbesitzer in Deutschland gegen Elementarschäden versichert. Dies sind aber rund drei Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr und mehr als doppelt so viele versicherte Häuser wie vor 15 Jahren“, so Kasten.

Lebensversicherung: Weniger Einmalbeiträge, mehr Geschäft gegen laufenden Beitrag
Wie in der gesamten Branche nahmen auch bei den Öffentlichen die gebuchten Bruttobeiträge in der Lebensversicherung einschließlich Pensionskasse und Pensionsfonds erwartungsgemäß ab. Ohne Beiträge aus der RfB sanken sie um 3,2 Prozent (Branche –2,0 Prozent) auf 10,03 Milliarden Euro. Der Marktanteil der öffentlichen Lebensversicherer blieb entsprechend mit 11,1 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau. Sehr erfreulich entwickelte sich das Neugeschäft gegen laufenden Beitrag mit einem Plus von 16 Prozent (Branche +2,7 Prozent). Die öffentlichen Lebensversicherer haben in den vergangenen Jahren verstärkt kapitaleffiziente Produkte entwickelt, mit denen sie dem Niedrigzinsumfeld Rechnung tragen. Sie bieten mit Erfolg sowohl kapitaleffiziente Klassik als auch Index- oder Hybridprodukte an. Dagegen konsolidiert sich das Geschäft gegen Einmalbeitrag zunehmend. Es sank um 6,7 Prozent (Branche –5,6 Prozent). Während die Branche einen Rückgang im Bestand um 1,9 Prozent verzeichnete, verringerte sich der Bestand der Gruppe leicht um 0,9 Prozent. „Insgesamt zählten die Öffentlichen zum Jahresende mehr als 9 Millionen Verträge und behaupten ihre Position als drittgrößter Anbieter von Lebensversicherungsprodukten im deutschen Markt“, fasste Kasten zusammen.

Auf der Zielgerade des Gesetzgebungsverfahrens für das Betriebsrentenstärkungsgesetz bewerten die öffentlichen Versicherer die aktuellen Entwicklungen positiv. „Es war uns unter anderem ein wichtiges Anliegen, dass Verbesserungen nicht ohne zwingenden Grund auf tarifvertragliche Vereinbarungen beschränkt bleiben. Deshalb begrüßen wir ausdrücklich die Ausweitung des Arbeitgeberzuschusses auch außerhalb des Sozialpartnermodells“, so Kasten.

Krankenversicherung: Hohe Nachfrage nach Zusatztarifen
Erfreulich konstant war der Geschäftsverlauf bei den privaten Krankenversicherern der Öffentlichen. Sie verzeichneten ein Beitragswachstum um 1,6 Prozent (Branche 1,1 Prozent) und kamen zum Jahresende auf Bruttobeitragseinnahmen von 2,36 Milliarden Euro. Der Marktanteil der Gruppe liegt damit unverändert bei 6,3 Prozent. Der Löwenanteil am Beitragsvolumen entfällt mit 2,29 Milliarden Euro auf die Bayerische Beamtenkrankenkasse und auf die Union Krankenversicherung. Wie in den Vorjahren hielt bei beiden Unternehmen die Nachfrage nach Zusatztarifen, insbesondere nach Pflegezusatzprodukten, an. Deren staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung schlossen 2016 rund 35.000 neue Kunden ab (+18 Prozent).

Vor dem Hintergrund einer wieder aufgeflammten Diskussion sprach sich Kasten klar für das duale System aus privater und gesetzlicher Krankenversicherung aus. Das duale System sei der Garant für ein Gesundheitssystem mit außerordentlich guter Ausstattung und qualitativ hochwertiger Versorgung, die allen Versicherten zugute komme. „Die Konkurrenz zwischen GKV und PKV belebt den Gesundheitsmarkt und verbessert die Versorgung der Patienten“, unterstrich der Verbandsvorsitzende. In einem staatlich reglementierten Einheitssystem wäre es hingegen leichter möglich, die Leistungen einzuschränken und damit alle Versicherten schlechter zu stellen.

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Ansprechpartner

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Pressesprecher
T 0211. 4554-123
E andreas.meinhardt@voevers.de

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