Verband trotz Corona-Pandemie voll arbeitsfähig. Der Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unserer Mitglieder und Verbundpartner steht für uns an oberster Stelle. Der Verband öffentlicher Versicherer unterstützt deshalb die von Politik und Behörden beschlossenen Maßnahmen zur Verlangsamung der Verbreitung des Corona-Virus. Bereits seit dem 12. März nutzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verbands die Möglichkeiten des mobilen Arbeitens von zu Hause. Der Verband unterstützt seine Mitglieder und Verbundpartner in dieser schwierigen Zeit und bleibt für diese voll arbeitsfähig und erreichbar. Die Arbeit und die Sitzungen der Verbandsgremien werden über Telefon- und Videokonferenzen aktiv weitergeführt.

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Dank ihrer Vorreiterrolle in nachhaltigem Wirtschaften bringen die öffentlichen Versicherer ihre wertvollen Erfahrungen in den Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung ein. Der Beirat soll ein Konzept für eine deutsche Sustainable-Finance-Strategie erarbeiten.

Regionalität, gesellschaftliches Engagement und umweltfreundliches Handeln sind bei den öffentlichen Versicherern seit jeher tief in der DNA verankert. Zuletzt haben die Öffentlichen mit dem Beitritt zur Investoren-Initiative „PRI“ (Principles for Responsible Investment) unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen ein wichtiges Zeichen gesetzt, das nach unserer Überzeugung künftig fester Bestandteil der deutschen Sustainable-Finance-Strategie werden soll.

Nachhaltigkeit benötigt einen klaren Fokus
Der Beirat der Bundesregierung hat nun einen Zwischenbericht vorgelegt. Auch die öffentlichen Versicherer haben ihre Einschätzung dazu abgegeben. Der Bericht befasst sich im Kern mit Themenstellungen, die das Finanzsystem insgesamt widerstands- und anpassungsfähiger machen sollen. Gleichzeitig soll die Transformation der Wirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit gefördert werden. Auch Unternehmensbereiche wie das Risikomanagement und das Management der Kapitalanlagen spielen eine zentrale Rolle. Mit weit über 50 Handlungsempfehlungen ist der Bericht jedoch derzeit noch wenig fokussiert. Für eine erfolgreiche Umsetzung der Ziele braucht es noch eine klare Priorisierung. Die öffentlichen Versicherer setzen sich deshalb dafür ein, dass am Markt bereits etablierte Best Practices wie die Principles for Responsible Investment klar in den Fokus gerückt werden. Sie sind erprobte Instrumente, deren Umsetzung für die Finanzwirtschaft möglich und praktikabel ist. Andere unverhältnismäßige Empfehlungen mit geringer Wirkung, jedoch einem hohen Umsetzungsaufwand, könnten dann entfallen.

Realwirtschaft kommt bedeutende Rolle zu
Um das Ideal einer nachhaltigen Wirtschaft zu erreichen, müssen alle Akteure zusammenarbeiten. Das betrifft Finanz- und Realwirtschaft gleichermaßen. Sehr positiv ist daher der Vorschlag des Beirats, den Klimaschutz über einen wirksamen Mechanismus wie eine CO2-Bepreisung zu stärken – denn ohne derartige Lenkungsmaßnahmen in der Realwirtschaft sind die Möglichkeiten der Finanzwirtschaft begrenzt. Oftmals stellt die ausreichende Verfügbarkeit nachhaltiger Investitionsmöglichkeiten den Flaschenhals für nachhaltige Investitionen dar. Sowohl Bereitschaft als auch Kapital sind auf Seiten der öffentlichen Versicherer vorhanden – zusammen verwalten sie ein beträchtliches Kapitalanlagevolumen von 140 Milliarden Euro. Schnellere und einfachere Genehmigungsprozesse für nachhaltige Projekte werden aktuell in der Politik diskutiert. Wir möchten die handelnden Akteure ermutigen, hier zu praktikablen Lösungen zu kommen. Dies ist aus unserer Sicht ein wichtiger ergänzender Schritt, um mehr Kapital für nachhaltige Projekte zu mobilisieren.

Nachhaltig handeln statt nur berichten
Besondere Priorität sollte für den Beirat seine Empfehlung haben, Unübersichtlichkeit und Doppelungen in der geforderten Berichterstattung der Finanzmarktakteure zu vermeiden. Stattdessen sollen die Unternehmen der Finanzwirtschaft auf standardisierte und erprobte Formate zurückgreifen. Als Versicherungsunternehmen bündeln wir unsere Zeit und Ressourcen lieber für die Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsprojekte. Der entstehende Zeitaufwand für die Berichterstattung an die Aufsicht sollte in einem vernünftigen Verhältnis zu den strategischen und operativen Aktivitäten bei den Investoren stehen. Ganz klar in die falsche Richtung gehen deshalb Vorschläge, weitere Offenlegungsvorschriften zu schaffen. Eine Ausweitung der nichtfinanziellen Berichterstattung auf nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen oder auf Betriebe mit unter 500 Mitarbeitern wäre für den Mittelstand kaum zu stemmen – zudem wäre der gesamtwirtschaftliche Mehrwert nur gering.

EU-Maßnahmen bringen positiven Schub
Die europäische Transparenzverordnung und die EU-Taxonomie über nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten werden derzeit umgesetzt. So wird beispielsweise eine einheitliche Terminologie etabliert. Damit werden Maßstäbe dafür gesetzt, welche Wirtschaftsaktivitäten explizit nachhaltig sein sollen. Dies kann auch das nachhaltige Investieren der öffentlichen Versicherer weiter fördern. Voraussetzung dafür ist, dass auch die Kapitalnachfrage durch entsprechend zu finanzierende nachhaltige Projekte mitwächst. Wichtig für nachhaltiges Investieren ist eine enge Verzahnung der globalen PRI-Standards und der EU-Vorgaben. Kritisch sind daher die Vorschläge des Beirats der Bundesregierung, eigene Nachhaltigkeitsklassifizierungen zu erstellen, statt die bestehenden und international etablierten Instrumente zu nutzen. Nationale Alleingänge sind weder zielführend noch verhältnismäßig.

Öffentliche Versicherer gehen mit gutem Beispiel voran
Wir sind stolz, als öffentliche Versicherer beim Thema Sustainable Finance weit vorne zu stehen und deshalb unsere Erfahrungen in die Strategie des Bundes einbringen zu können. Nach dem PRI-Beitritt aller öffentlicher Versicherer sollten sich möglichst viele weitere Anleger und Finanzakteure zu nachhaltigem Wirtschaften verpflichten – das wäre auch der beste Weg zur Umsetzung einer Sustainable-Finance-Strategie.

Autor: Roland Oppermann, Vorsitzender des Kapitalanlageausschusses im Verband öffentlicher Versicherer und Finanzvorstand der SV SparkassenVersicherung.

 

Roland Oppermann

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